· 

Warum ist der 15. August ein Feiertag?

Am 15. August feiert ganz Griechenland - ob gläubig oder nicht. Wer es sich leisten kann, ist in Urlaub gefahren oder ins Heimatdorf zurückgekehrt. Aber worum geht es am 15. August eigentlich?

 

In der römisch-katholischen Welt feiert man an diesem Tag die leibliche Himmelfahrt Mariens, der Gebärerin Jesu. Die ist ein Dogma: Jeder Katholik muss  glauben, das Marias Körper in den Himmel erhoben wurde.

Das ist in der orthodoxen Kirche anders. Hier spricht man nicht von der Auferstehung (Anastasis) Mariens, sondern von ihrer Entschlafung (koimissis). Ihr Körper bleibt auf dem Sterbebett liegen, nur ihre Seele wird von Christus mit in den Himmel genommen.

Genau diese Szene wird auf Ikonen und Wandmalereien auch dargestellt. Maria liegt sterbend auf einem Bett. Alle Jünger sind auf wundersame Weise gekommen und beugen sich trauernd zu ihr hinab. Am Sterbebett steht auch Christus und hält die Seele Mariens (die aussieht wie ein in Windeln gewickeltes Baby) schon in den Händen.

Oft ist - wie auf meinem Foto - auch eine Nebenszene integriert: Vor dem Sterbebett sind zwei Figuren klein dargestellt: Ein Engel hackt einem Mann die Hände ab. Er ist der Jude Jephonias, der Maria noch einmal berühren wollte. Das aber war unbotmäßig, deshalb bestraft ihn der Engel. Die Szene kann man auch als Warnung begreifen: Tastet den Marienglauben nicht an, sonst widerfährt euch Schlimmes.