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Zwei Romane, die auf Samos spielen

 

 

Doris Gerke: Königin der Insel

Doris Gercke ist eine bekannte deutsche Krimi-Autorin. Sie hat die Figur der Bella Block erfunden und etliche Drehbücher für die erfolgreiche Fernsehserie geschrieben. In ihrem 140 Seiten  kurzen Roman Königin der Insel nimmt sie ihre Leser mit nach Samos. Erzählt wird die Geschichte „einer Liebe auf Samos“ von vier Figuren. Eine ist die 37-jährige Geneia, die seit 20 Jahren mit Stavros, dem gerissensten Bauunternehmer der Insel, verheiratet ist. Der liebt sie abgöttisch, schlägt sie aber auch öfters ins Gesicht. Ein zweiter Erzähler ist der altmodische Kafenio-Besitzer Kostas, um die 60 Jahre alt, der über seinem Kafenío auch drei Zimmer vermietet. Sein bester Freund und Stammgast ist der ehemalige Fischer Christos, der ursprünglich aus Ikaria stammt und der wegen der EU-Abwrackprämie jetzt kein Fischerboot mehr besitzt. Als vierter Erzähler tritt der italienische Architekt Lorenzo auf. Als Lorenzo und Genia, die Frau des Bauunternehmers, sich zum ersten Mal erblicken, wissen beide, dass sie damit die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Das Schicksal nimmt seinen Lauf...

 

Tonny Vos-Dahmen: Der Komet von Samos. Das Leben des Pythagoras****

 Anders als nach dem Titel zu vermuten, ist nicht der große Mathematiker der Protagonist des guten historischen Romans Der Komet von Samos aus der Feder der Niederländerin Tonny Vos-Dahmen, sondern ein junger Fischer namens Leon, der zu Zeiten des Pythagoras auf Samos lebt und sogar zum Ehemann der Phileia wird, einer Tochter des Tyrannen. Ohne das in vielen historischen Romanen übliche mystische Brimborium wird erzählt, wie Leon den Fisch fängt, der den Ring des Polykrates verschluckt hat, und wie er ihn dem Polykrates in den Palast bringt. Später fährt er nach Ägypten, um dort Pythagoras zu suchen, der seit fast 20 Jahren in einem Priesterseminar in Luxor lebt. Als Pythagoras für kurze Zeit auf Samos lebt und lehrt, besucht er dessen Vorträge und verhilft ihm letztendlich auch zur Flucht nach Sizilien. Der Leser lernt den Palast des Polykrates und den Tunnel des Eupalinos kennen, nimmt an samischen Festen zu Ehren der Hera teil, fühlt sich tatsächlich ins 6. Jh. v. Chr. versetzt