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Das Blue Kipos-Projekt auf Kreta

Mit „Blue Kipos 67“ Kreta ganz anders erleben

 

Millionen von Urlaubern überschwemmen im Sommer die kretischen Küstenorte. In den meisten Berg- und Binnendörfern aber sind sie nur Randerscheinungen, verändern das Leben der Einheimischen kaum. Da kann man noch das wahre Kreta und echte Kreter und Kreterinnen erleben.

 

Alessandro und Silvia leben in einem dieser Dörfer: In Venerato zwischen der Inselhauptstadt Iraklio und der Südküste. Sanfte Hügel prägen die Landschaft in diesem größten Weinanbaugebiet der Insel. Olivenhaine in vielfältigen geometrischen Formen, Mandelbäume und Weideland sorgen zusammen mit dem im Hintergrund fast 2500 m hoch aufragenden Psiloritis-Gebirge für eine prächtige Kulisse.  In der langen Zeit der venezianischen Herrschaft über Kreta (1204-1669) standen hier in Venerato die Landhäuser der Notablen aus der Lagunenstadt, in die sie sich in heißen Sommern gern zurückzogen. Eine dieser massiven Villen haben die beiden kretophilen Italiener jetzt gepachtet und öffnen sie auch gern für Feriengäste und Kreter. Bei ihnen kann man >Private Lunches and Dinners“ buchen und auf Wunsch auch so speisen wie die Edelleute der Serenissima vor 400 Jahren: Auf der Basis frischer und saisonaler kretischer Produkte zubereitete traditionelle venezianische Gerichte. Aber auch andere italienische Regionen sind auf Wunsch kulinarisch präsent: Silvia stammt aus Palermo, Alessandro aus der Lombardei. Die Weine, die die stets gut gelaunten, perfekt Deutsch und Englisch sprechenden Gastgeber kredenzen, stammen immer aus der näheren Umgebung: Nikos Douloufakis, Mitbegründer und Präsident der kretischen Winzervereinigung >Wines of Crete<, ist ihr Nachbar und Freund. Sein Weingut ganz in der Nähe können die Gäste von Alessandro und Silvia ebenso wie alle anderen an der Kretischen Weinstraße gern besuchen – Weinproben inbegriffen.

 

Alessandro hat auf Kreta viele Freunde. Er hat sie alle in sein Netzwerk >Blue Kipos 67< eingebunden. Mit diesem Projekt will der äußerst kommunikationsfreudige Mailänder die Region durch sanften Tourismus am Leben erhalten und den Dörfern dabei helfen, ihre Identität zu wahren. Ohne ein wenig alternativen Tourismus droht ihnen nämlich die Auszehrung, denn viele jüngere Leute arbeiten inzwischen in der ja nur rund 20 km entfernten Inselhauptstadt oder in den Touristenhochburgen an der Nordküste. Sie verbringen bestenfalls nur noch ihre Freizeit im Dorf. Hochwertige Arbeitsplätze und Nebenerwerbsquellen könnten hier dazu beitragen, junge Menschen und Familien auf dem Lande zu halten. Dass ihre Dörfer lebenswert sind, will das Projekt >Blue Kipos 67< ihnen durch die Förderung zahlreicher kultureller Aktivitäten beweisen. So unterstützt und organisiert man Kunstausstellungen, Weinfeste und Konzerte, die Stadtkreter und aufgeschlossene Fremde zumindest stundenweise in die kleinen Orte locken. >Blue Kipos 67< vermittelt Kurse in traditioneller kretischer Küche bei lokalen Tavernenwirten und Hausfrauen und macht es Urlaubern möglich, ein paar Stunden oder Tage in der Landwirtschaft mitzuhelfen: Bei der Weinlese im August oder der Olivenernte im Winter.

 

Für Traveller, die in Venerato oder anderen Dörfern in der Nachbarschaft mehrere Nächte verbringen wollen, bietet >Blue Kipos 67< zudem einige traditionelle Häuser oder Zimmer in Pensionen an. Sie gehören Kretern, die sich bisher vor deren Vermarktung scheuten und diese Aufgabe lieber Alessandro und Silvia überlassen. Neues Objekt ist eine ganz neu erbaute „Metochi“ auf dem ehemaligen Standort einer Erntehütte mit Stall. Das Ferienhaus für zwei Personen auf einem mit 600 Öl- und 150 Mandelbäumen bepflanzten Hanggelände hoch über der Weinbauregion gehört Michalis aus Venerato und seiner Frau Roula. Sie haben es in vierjähriger Arbeit in ihrer Freizeit erbaut. Da Michalis der Baustoffhändler seines Dorfes ist, hat er naturgemäß nur beste Materialien verwendet, vor allem Naturstein und Holz. Am offenen Kamin kann man gut kuscheln, am langen hölzernen Esstisch viele Freunde bewirten. Ein großer Grill und ein traditioneller Holzbackofen auf einer der Terrassen laden zu kulinarischen Events ein. Der Blick vom Ferienhaus reicht von der Nord- bis zur Südküste, hinauf zum nahen Psiloritis und hinüber zu den ebenfalls über 2000 m hohen Lassithischen Bergen. Die Gipfel beider Gebirge sind von November bis in den Mai hinein meist schneebedeckt. Wer mag, kann sich hier von den Gastgebern auch sein eigenes großes Fest inklusive traditionellem Lammbraten und Weinprobe organisieren lassen – bei Alessandro und Silvia finden auch die ausgefallensten Wünsche Gehör. Mit Wasser wird das Haus aus einer nahen Quelle verssorgt, Energie liefert eine Solaranlage zu 100%. Die Anlage eines Pools ist für nächstes Jahr geplant – natürlich klimaneutral.

 

Langweilig wird es den Gästen von >Blue Kipos 67< garantiert nie. Mit dem Mietwagen sind viele interessante Ziele binnen 30-45 Minuten leicht zu erreichen: Iraklio und die minoischen Paläste von Knossos, Festos und Agia Triada, das früherer Hippie-Mekka Matala, die Forellenzuchtstation von Zaros zum Beispiel oder ganz in der Nähe das Kloster Moni Paliani mit seinem legendären Wunschbaum, der vielleicht auch bei den dringendsten Anliegen der Urlauber hilft. Auch eine der für Kreta typischen Schluchten ist nur wenige Kilometer von Venerato entfernt: Die Agios Fanourios Gorge.

 

Ins Netzwerk von >Blue Kipos 67< sind aber auch Kreter eingebunden, die besondere Aktivitäten ermöglichen. Der Deutschlehrer Adam bietet geführte Tagestouren mit dem E-MTB an, sein Sohn Aris organisiert Tagestörns auf Sit-on-Top Kajaks mit Paddel- und Pedalantrieb entlang der kretischen Südküste. Mit Kostas Marmatzakis können Rock Climber die Kletterregionen Zentralkretas erkunden und im Winter sogar Tiefschneetouren unternehmen. Der staatlich anerkannte Bergwanderführer Sebastian geht mit Alessandros Gästen wandern oder zeigt ihnen eine Schneckenfarm. 

 

Einen guten Überblick über das gesamte Projekt gibt die Website www.bluekipos67.com. Wer dort Informationen vermisst, schickt Alessandro und Silvia am besten eine Mail oder ruft sie nach südlicher Art einfach mal an. Dabei gewinnt man gleich den besten Eindruck von Charme und Hilfsbereitschaft der beiden – sie sprechen ja gut Deutsch.

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