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Olympia spannend erleben

Achilles Zapantis vermittelt den Menschen von heute Zeitreisen ins antike Olympia. Sie erhalten von ihm eine Virtual Reality-Brille, die wie eine Tauchermaske ohne Schnorchel aussieht, und setzen sie in den Ausgrabungen auf, wann immer sie sich 2500 Jahre zurückbegeben wollen. Da stehen sie dann in den Ruinen des Gymnasions und sehen den nackten Athleten beim Training für den Stadionlauf zu, wobei auch ein paar Schmetterlinge durch die Lüfte schwirren. In der Palästra beobachten sie die Ringer und Faustkämpfer, schauen Diskus- und Speerwerfern zu. Und im Zeus-Tempel reihen sie sich unter die Pilger ein, die fasziniert auf die über 12 m hohe Statue des sitzenden Zeus aus Gold und Elfenbein blicken. Wie der berühmte Bildhauer Phidias sie fertigte und wie ihm ein Kran dabei half, können sie beim Besuch in seiner Werkstatt sehen.

 

Virtual Reality-Angebote für antike Stätten gibt es in Griechenland schon häufiger und oft sogar kostenlos. Dabei aber blickt man auf einen Bildschirm und taucht nicht selbst ins Geschehen ein. Mit der VR-Brille von Achilles aber fühlt man sich mittendrin und live dabei, je nachdem. Wohin man sich wendet, ändert sich, was man sieht. Nur gehen sollte man mit der aufgesetzten Brille nicht, denn dann würde man sehr wahrscheinlich schmerzhaft zurück in die Gegenwart stürzen.

 

>Olympia Back in Time< nennt Achilles sein Angebot, dass er seit 2015 entwickelt hat und immer noch weiterentwickelt. Zuvor studierte der junge Mann aus einem Nachbardorf Olympias in Iraklio auf Kreta Ökonomie. Seine Hobbies aber waren auch da schon die Geschichte Olympias und die 3D-Technik. Im Austausch mit Archäologen vor Ort und vielen im Internet veröffentlichen Studien von Archäologen aus aller Welt schuf er zwar allein, aber mit Rückendeckung seiner als medizinische Masseurin arbeitenden Partnerin Vassiliki die gesamten Programme für sein Projekt. Sein Bruder wollte ihm diese >brotlose Kunst< ausreden und forderte ihn auf, doch lieber wie er in einem Hotel vor Ort zu arbeiten – doch Achilles blieb seinem Traum treu. „Es dauerte auch so lang, weil ich Perfektionist bin“, erklärt er, „allein schon die realistische Darstellung von Gewandfalten in Bewegung hat mich Wochen gekostet.“ Geholfen haben ihm dabei Computer-Programme für Mode-Designer. Finanzielle Unterstützung von außen hat er dabei nie erfahren. Erst für die Eröffnung seines kleinen Verleihgeschäfts am Kirchplatz von Olympia hat er 2022 einen geringen Zuschuss von der EU erhalten. Wer eine VR-Brille (20 Euro/3 Stunden) haben möchte, muss sie dort abholen oder sie sich von Achilles an den Eingang zu den Ausgrabungen bringen lassen. Einen Verleihkiosk direkt an den Ausgrabungen genehmigen ihm die Archäologen nicht. 25 Brillen hat er bisher angeschafft, mehr kann er sich vorerst nicht leisten. Die braucht er, wenn er mit Kreuzfahrtreedereien ins Geschäft kommen will: „Wenn du nicht mindestens 80 Brillen zur Verfügung stellen kannst, können wir sie unseren Passagieren nicht anbieten“, ließ ihn eine große Reederei wissen.

 

Ein wenig sieht Achilles seine Arbeit auch als Dienst fürs ganze heutige Olympia an. „Durch die guten neuen Autobahnen auf dem Peloponnes bleiben hier immer weniger Urlauber über Nacht. Sie buchen lieber Unterkünfte am Meer. Darunter leiden Tavernen, Cafés und Geschäfte. Olympia muss in Zukunft mehr für Touristen bieten als nur die Ausgrabungen und Museen.“ Deswegen freut er sich auch, dass eine Imkerin und Gärtnerin in Olympia >Klio’s Farm< eröffnet hat, die Besuchern offen steht, und dass der renommierte Bildhauer und Restaurator Alexandros Papalabros in einer restaurierten, alten Ölmühle von 1920 das Atelier >Mili Art Workshop< betreibt, in dem Besucher dabei zuschauen können, wie Kunstwerke aus dem kostbaren Stein entstehen. Da können sie dann Parallelen zur Arbeit des Phidias entdecken. Achilles im Internet: www.olympiabackintime.com

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Klaus Crössmann (Donnerstag, 29 Juni 2023 10:39)

    Super Seite, warte auf den Krimi und vor allem auf Dich nächste Woche.